Forschungsprojekt für effizientere Entwicklung und Zulassung
Wie können zentrale Flugzeugkomponenten künftig schneller, effizienter und mit weniger Aufwand getestet und zugelassen werden? Mit dieser Frage befasst sich das Forschungsprojekt VPH-DRIVE, das vom DLR gemeinsam mit den Partnern FFT, TECHNIA und ExxpertSystems sowie mit Unterstützung von Airbus umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist es, digitale Methoden, virtuelle Testverfahren und hybride Prüfstandskonzepte weiterzuentwickeln und industrierelevant zu demonstrieren – mit Fokus auf die Entwicklung energieeffizienter und sicherer Flugzeuge der nächsten Generation.
Moveables: Virtuelle Simulation und physische Tests verbinden
Ein zentrales Thema sind sogenannte Moveables, also bewegliche Steuerflächen wie Klappen, Querruder oder Spoiler. Diese Komponenten sind entscheidend für moderne Flugzeugkonfigurationen, etwa für hocheffiziente Tragflügel mit hoher Streckung. Im Projekt werden Moveables nicht nur virtuell entworfen und simuliert, sondern auch an einem neuen, speziellen Prüfstand getestet. Damit entsteht eine enge Verbindung zwischen digitalem Modell und physischem Experiment. Mithilfe dieser hybriden Tests sollen Simulationsmodelle validiert und Methoden weiterentwickelt werden, die künftig auch für die Zulassung relevanter Flugzeugkomponenten eingesetzt werden können.
Durchgängige digitale Prozessketten und intelligente Datenanalyse
Der digitale Ansatz des Projekts umfasst eine durchgängige Prozesskette: vom digitalen Design über die virtuelle Fertigung bis hin zum virtuellen und physischen Testen. Dabei werden neue Methoden zur Datenerfassung, -verarbeitung und -analyse untersucht. Ein besonderer Fokus liegt darauf, Messdaten aus Prüfstandtests und Simulationsergebnisse besser miteinander zu vergleichen, automatisiert auszuwerten und für die Weiterentwicklung von Modellen nutzbar zu machen. So soll die Entwicklung komplexer Flugzeugsysteme präziser, nachvollziehbarer und effizienter werden.
Reparatur und Schadensbewertung digital unterstützen
Ein weiterer wichtiger Aspekt von VPH-DRIVE ist die Erweiterung digitaler Entwicklungsprozesse um praxisnahe Fragestellungen wie Reparatur und Schadensbewertung von Bauteilen. In Zusammenarbeit mit industriellen Partnern werden konkrete Anwendungsfälle betrachtet, um digitale Methoden für die spätere Wartung und Instandsetzung von Flugzeugkomponenten nutzbar zu machen. Dadurch wird die digitale Produktentwicklung stärker an den realen Bedingungen im Flugzeugbetrieb ausgerichtet.
Neue Anwendungsfelder für digitale Methoden in der Luftfahrt
Darüber hinaus blickt das Projekt über den Bereich Moveables hinaus: Perspektiven für weitere zukunftsrelevante Themen wie Fragestellungen im Bereich Brandschutz werden betrachtet und mit bestehenden Forschungsaktivitäten verknüpft. Ziel ist es, digitale Methoden über einzelne Komponenten hinaus für unterschiedliche Anwendungsfelder der zukünftigen Luftfahrt nutzbar zu machen.
VPH-DRIVE: Digitale Innovation für eine effizientere Flugzeugentwicklung
Mit VPH-DRIVE arbeitet das Konsortium daran, die Lücke zwischen Forschung, digitalen Werkzeugen und industrieller Anwendung zu schließen. Das Projekt zeigt, wie moderne Simulationstechnik, hybride Testmethoden und intelligente Datenanalyse dazu beitragen können, komplexe Flugzeugkomponenten schneller und effizienter zu entwickeln – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu leistungsfähigeren und klimafreundlicheren Flugzeugen.
Das ProjektDas DLR-Forschungsprojekt zum „VPH-Drive“ ist im November 2025 gestartet und auf zwei Jahre angelegt. Nach Angaben der Projektpartner liegen die Arbeiten derzeit im vorgesehenen Zeitrahmen. VPH steht für Virtual Product House. Das Projekt, an dem TECHNIA beteiligt ist, läuft im Rahmen des öffentlich geförderten (durch die BAB und die EU) LuRaFo-Programms. Unterstützt werden Projekte dieser Art durch das ECOMAT in Bremen – ein Innovationszentrum, das Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt, um nachhaltige Technologien für die Luft- und Raumfahrt sowie die Mobilität schneller zur Marktreife zu bringen.
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